Um eine Kerze herzustellen, gibt es viele verschiedene Verfahrenstechniken. Die vier gängigsten Methoden werden im Folgenden kurz präsentiert.
Ziehen
Das Ziehen ist eines der traditionellsten Verfahren zur Kerzenherstellung. Mehrere hundert Meter Docht werden über zwei große Zugtrommeln gespannt und durchlaufen in regelmäßigen Abständen ein heißes Wachsbad. Je öfter der immer wieder abgekühlte Docht dieses Wachsbad durchläuft, desto stärker wird der Strang, der im Anschluss vollautomatisch zur fertigen Kerze verarbeitet wird. Dieses Verfahren wird beispielsweise zur Herstellung der klassischen Christbaumkerzen angewandt.
Artikelbeispiel für gezogene Kerzen
Gießen
Das Gießen ist ein Verfahren, womit fast alle Kerzenformen gefertigt werden können.
Zunächst wird ein Docht in eine Form aus Metall, Kautschuk oder Plexiglas gespannt. Im Anschluss wird die Form mit Kerzenwachs ausgegossen.
Wünscht man Kerzen mit Applikationen, so verwendet man aufklappbare Formen. Für glatte Kerzen sind viele Formen in Gießmaschinen aneinander gereiht. Durch das Gießen entstehen schöne Kerzenfiguren wie zum Beispiel, Zwerge, Osterhasen oder Weihnachtmänner.
Artikelbeispiel für gegossene Kerzen
Pressen
Das Pressen wird für eine große Vielzahl von Standardprodukten angewandt. Aus dem Erdölprodukt Paraffin wird ein Pulver (mit genau eingestellter Korngröße) hergestellt, welches anschließend unter hohem Druck in die gewünschte Kerzenform gepresst wird. Den Docht kann man entweder vor oder nach der Verdichtung des Kerzenmaterials einfügen. Mit dieser Methode werden unter anderem Stumpen-, Kugel- und Duftkerzen, sowie Tee- und Haushaltskerzen hergestellt.
Artikelbeispiel für gepresste Kerzen
Tauchen
Das Tauchen ist die wohl älteste Methode um Kerzen herzustellen. Der Docht wird durch oftmals wiederholtes Eintauchen in ein Wachsbad immer stärker mit dem flüssigen Wachs ummantelt. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis der gewünschte Kerzendurchmesser erreicht ist. Diese Methode eignet sich besonders gut für die Herstellung von reinen Bienenwachskerzen und wird auch heute noch gerne angewandt.
Die Methode des Übertauchens wird heute noch häufig zur Veredelung von Kerzen eingesetzt. Dabei werden z.B. gepresste Stumpenkerzen mit edel aussehendem, speziell für Kerzen entwickeltem Lack übertaucht.

