Die Geschichte der Kerze beginnt vor über 3000 Jahren im Orient. Diese damaligen Kerzen wurden aus Materialien wie Stroh, Hanf und Schilfrohr gefertigt und hatten folglich noch wenig mit unseren heutigen Wachskerzen gemeinsam.
Auch hatten die Ur-Kerzen noch keinen Docht, sondern wurden für ihre Brennbarkeit in Fett oder Harz getränkt, was einen fürchterlichen Gestank zur Folge hatte, welchen die Menschen früher für das atmosphärische Licht gerne auf sich genommen haben.
Die ersten Wachskerzen tauchten Mitte des zweiten Jahrhunderts n.Chr. auf.
Im Mittelalter noch waren Wachskerzen sehr teuer, so dass sie sogar als Zahlungsmittel akzeptiert wurden. Daher konnten sich auch nur Adelshäuser und die Kirche Kerzen aus Wachs leisten. Die normalen Bürger mussten sich mit Kerzen aus Talg oder Kienspäne (zurechtgeschnittenes, harzreiches Holz) begnügen.
Erst Ende des 15. Jahrhunderts fand die Bienenwachskerze (anderes Wachs zur Kerzenherstellung kannte man damals noch nicht) auch ihren Einzug in wohlhabenden Bürgerhäusern.
Ende des 18. Jahrhunderts entstanden die ersten großen Produktionsstätten für Kerzen, so dass diese sich langsam aber sicher unter dem Volk verbreiten konnten.
Im 19. Jahrhundert entdeckte man schließlich auch Paraffin und Stearin als Rohstoff zur Kerzenherstellung und das Luxusgut Kerze wurde zu einem bezahlbaren Gebrauchsgegenstand.
Durch die kontinuierliche Verbesserung der Beschaffenheit des Kerzendochtes mussten die Kerzen nicht ständig „geschnäuzt“ (d.h. der Docht gekürzt) werden und das Abbrandverhalten verbesserte sich zunehmend.
Heute ist eine unglaubliche Kerzenvielfalt in vielerlei Formen und Farben verfügbar und obwohl wir heute durch das elektrische Licht nicht mehr auf Kerzen als Lichtquelle angewiesen sind, so zünden wir sie doch immer wieder gerne an um uns unsere persönliche Wohlfühl-Atmosphäre zu kreieren.
Was Kerzen heute noch bedeuten
Früher, bis zur Erfindung des elektrischen Lichts im Jahr 1808, dienten Kerzen in erster Linie als Lichtquelle. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Tage kürzer waren und es früh dunkel wurde, waren die Menschen froh, noch etwas Licht in ihre Häuser bringen zu können und so den Alltag zu erleichtern.
Heute können wir uns diese Situation kaum mehr vorstellen. Kaum wird es draußen dunkel, drücken wir auf den Lichtschalter und unsere Zimmer sind hell erleuchtet, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Dennoch sind Kerzen nach wie vor ein gefragtes Produkt und es gibt kaum einen Haushalt, in dem nicht wenigstens ein paar Teelichter oder Duftkerzen ihren Platz gefunden haben.
Doch wieso brauchen wir heute überhaupt noch Kerzen und was bedeuten Sie für uns?
Auch heute spielen Kerzen in den Wintermonaten, wenn es draußen früh dunkel wird, eine große Rolle. Was kann man sich an einem stürmischen, düsteren Herbsttag schöneres vorstellen, als entspannt auf der Couch zu sitzen und im Kerzenschein den Tag ausklingen zu lassen? Gerade zur Entspannung empfinden viele Menschen Kerzen angenehmer als grelles, elektrisches Licht, da das gleichmäßige Flackern der Flammen und das gemütliche Licht Körper und Seele beruhigt.
Hinzu kommt eine große Vielfalt an Duftkerzen, die uns den fruchtig frischen Duft des letzten Sommers ins Haus holen oder uns mit Mandel- und Trüffelduft von süßen Leckereien träumen lassen.
Ebenso werden Kerzen gerne als Tischdekoration verwendet, dies besonders zu feierlichen oder romantischen Anlässen. Denken Sie nur an die zahlreichen romantischen Liebesfilme, in welchen der Protagonist seiner Angebeteten bei einem exklusiven Candle-Light Dinner den lang ersehnten Heiratsantrag macht…Könnten Sie sich solch eine Szene mit hellem, elektrischem Licht vorstellen? Wohl eher nicht. Die ganze Atmosphäre wäre hinüber.
Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Situationen, in denen Kerzen einfach unerlässlich geworden sind. Was wäre der schönste Geburtstagskuchen ohne Geburtstagskerzen? Was wäre der prächtigste Adventskranz ohne die Vorfreude, jede Woche eine weitere Kerze anzünden zu dürfen? Überhaupt kann man sich die gesamte Weihnachtszeit nur schwer ohne strahlendes Kerzenlicht vorstellen.
Deshalb sind wir froh, dass es sie immer noch gibt und immer weiter geben wird, die Kerzen.







